BUCHTIPP: Das Genie von Klaus Zehrer

Er gilt bis heute als der intelligenteste Mensch aller Zeiten und so gut keiner kennt diesen William James Sidis heute. In „Das Genie“ erzählt Klaus Zehrer diese wahre und unglaubliche Geschichte, bei der einem der Mund offen stehen bleibt und man vor Neugier und Leselust nur so an den Seiten klebt.

„Als Genie wird man nicht geboren, sondern dazu erzogen.“

Die Geschichte beginnt mit seinem Vater Boris Sidis, der als ukrainischer Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten sein Glück sucht. Er arbeitet sich vom Hilfsarbeiter ohne Englischkenntnisse zum Uni-Prof hoch. Das gelingt ihm mit einer selbst entwickelten Lehrmethode, mit der er fast jedem alles beibringen kann. Und er ist überzeugt, dass Kinder, die man von klein an mit dieser Methode erzieht, unweigerlich zu Genies werden. Denn als Genie werde man nicht geboren, zum Genie wird man erzogen. Als er schließlich selbst Vater wird, kann er seine Methode endlich beweisen und zusammen mit seiner Frau Sarah gelingt es ihm, den klügsten Menschen der Welt zu schaffen – ihren Sohn William James Sidis. Bereits mit 18 Monaten kann er lesen, bis zu seinem 8. Lebensjahr schreibt er vier Bücher und sein IQ wurde auf zwischen 250 und 300 geschätzt. Aber warum kehrte dieser „Wunderjunge von Harvard“ der Welt schließlich den Rücken und weigerte sich, seine Intelligenz der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen?

Ich war von der ersten Seite an gebannt von der präzisen Sprache, konnte einfach nicht aufhören zu lesen und war fassungslos, wie diese Geschichte fast in Vergessenheit geraten konnte. Laut Zehrer haben wir diesen Roman auch Benedict Wells zu verdanken, der ihn dazu motivierte, darüber eine Geschichte zu schreiben. Eine absolute Leseempfehlung! Aber Achtung: es kann passieren, dass man drei Tage lang nicht ansprechbar ist, weil man nur lesen will.