Buchtipp: "Das Mädchen, das in der Metro las" von Christine Ferét-Fleury

Und welches Buch hat dein Leben verändert?

Ich glaube, dass jede und jeder, der oder die gerne liest, sich an ein ganz bestimmtes Buch erinnern kann, das irgendwie anders als die anderen war. Nach dessen Lektüre man die Welt anders gesehen hat. Oder das man vielleicht mit einer besonderen Begegnung verbindet….Ich kann mich gut an so ein besonders Buch erinnern: Siddhartha von Hermann Hesse. Warum das genau das Buch war, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber als 15jährige hatte ich das Gefühl, die Tür zu einer neuen Welt aufzumachen. Und es erinnert mich immer an den Menschen, der es mir damals empfohlen hatte, als wir bei einem Ball im Jungendzentrum auf einem klapprigen Tisch saßen mit Bierdosen in den Händen.

In dem Buch, das ich euch heute vorstellen möchte, dreht sich auch alles um die Macht des richtigen Buches zur richtigen Zeit. Auch Juliette liest für ihr Leben gerne und nutzt besonders die Zeit in der Pariser Metro, um in die Welt ihrer Romane einzutauchen. Und wenn sie nicht gerade liest, dann beobachtet sie die anderen Lesenden im Zug und malt sich die phantastischsten Geschichten über sie aus. Als sie eines Tages zwei Stationen früher aussteigt, weiß sie noch nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird. Sie lernt den kauzigen Soliman und dessen Tochter Zaide kennen, die inmitten von Bücherbergen leben. Soliman ist fest davon überzeugt, dass Bücher die Macht haben, Leben zu verändern. Und so schickt er tagtäglich Boten aus, diese Bücher an die richtigen Personen zu übermitteln. Bald wird auch Juliette so eine Botin, was nicht nur die „Beschenkten“, sondern auch ihr Leben verändert.

Das Buch macht nicht nur Freude beim Lesen, man bekommt total viel Gusto auf die beschriebenen Bücher, darunter so Klassiker wie „Rebecca“ von Daphne Du Maurier oder neuere Bücher wie „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver. Süchtig machender Lesestoff mit unzähligen Inspirationen für´s Weiterlesen.