Buchtipp: DAVE von Raphaela Edelbauer

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Die Welt, in der Syz lebt und arbeitet, ist dominiert von einem einzigen Ziel: die Erschaffung der ersten künstlichen Intelligenz DAVE. Alles spielt sich in einem Labor ab, die Außenwelt ist durch eine nicht näher definierte Katastrophe unbewohnbar geworden. Syz ist Programmierer: kaffeegedopt wird tage- und nächtelang durchprogrammiert, körperlicher Verfall ist wie eine Auszeichnung für besondere Hingabe an das große Ziel, das alle mit fiebrigem Eifer verfolgen. Je näher man am Zentralcomputer arbeitet, desto höher das Ranking im (Lebens)System und damit alles seinen geregelten Lauf nimmt, hat das Sicherheitssystem Red Eccles sein rotes Auge drauf.

Die Hoffnung, dass Dave alle Probleme der Menschheit lösen wird können, treibt alle an. Aber ob DAVE mit eigenem Bewusstsein ausgestattet werden kann, oder für die Menschen Aufträge erfüllen soll, ist zu einer Art religiösem Streit geworden. Aber noch ist es nicht soweit, denn das Projekt hakt trotz aller Bemühungen immer wieder, denn je komplexer die Aufgaben sind, die DAVE erfüllen soll, desto häufiger kommt es zu Ausfällen.

Syz wartet vergeblich auf eine Beförderung, als zwei Dinge geschehen: 1.) Er verliebt sich 2.) Er bekommt einen Geheimauftrag, der den entscheidenden Sprung für DAVE bedeuten kann. Syz soll seine persönlichen Erfahrungen in Kopiersitzungen in das System einspeisen, und so der Superintelligenz zur Menschwerdung verhelfen. Aber seine Erinnerungen, wie etwa die an seinen überehrgeizigen und gewalttätigen Vater, werden schon bald zum Problem. Und während Syz sich intensiv mit seiner Herkunft und Identität beschäftigt, wächst seine Skepsis gegenüber dem Projekt.  Als er erfährt, dass sein Vorgänger spurlos verschwunden ist, beginnt für Syz eine abenteuerliche Suche nach der Wahrheit.

Raphaela Edelbauer beweist in ihrem unglaublich spannenden Roman nicht nur sprachliche Virtuosität, sondern auch ein breites Wissen in die Geschichte, Philosophie und Technik künstlicher Intelligenz. Verweise auf die Klassiker der Science Fiction Literatur und Filme dürfen natürlich nicht fehlen, aber sie geht weit über das hinaus, was ich je zu diesem Thema gelesen oder gesehen habe.

Mir ging es bei DAVE ein bisschen wir bei David Lynch Filmen: man hat zwar das Gefühl, dass man nur die Hälfte versteht, ist aber komplett eingesogen in diese Welt, die die Ordnung der Dinge, wie wir sie zu kennen glauben, komplett auf den Kopf stellt.

Ich war schon bei „Das flüssige Land“ gefangen und begeistert von ihrer präzisen Sprache, dem skurrilen Setting und den thematischen Untiefen, die sie in ihren Texten ausloten kann. Mit DAVE hat Raphaela Edelbauer für mich den Olymp der Literatur nun endgültig erklommen.

Eine Mischung aus Identitäts-Philosophie und Künstliche Intelligenz Thriller…Ein tolles Buch! Jetzt DAVE! Jetzt DAVE! Jetzt DAVE lesen!!!