"Sarah" von Scott Mc Clanahan

Scott war nicht der beste Ehemann der Welt, auch wenn er immer wieder seine hellen Momente hatte. Sternhagelvoll mit seinen zwei kleinen Kindern auf dem Rücksitz über den Highway zu düsen war keiner davon, auch wenn er total überzeugt war: „Ich war der beste betrunkene Autofahrer der Welt.“ Den Polizisten, der ihn aufhält, kann er zwar täuschen, seine bald Ex-Frau Sarah hingegen nicht.

Scott Mc Clanahan erzählt in diesem semi-autobiographischen Roman die Geschichte einer Trennung und einer Liebe, aber auf eine Art, wie ich sie bis dahin nicht kannte. Sein Ich-Erzähler schönt nichts, lässt keine Peinlichkeit und Blödheit aus. Und als seine Frau die Trennung will, fragt er sich, ob sie noch Sex möchte. Hohe Sensibilität ist keine seiner Stärken, Humor und Weisheit trotz Dummheit aber schon. Denn das ist er: ein großer, weiser Idiot.

Er erzählt die Geschichte einer großen Liebe, ohne Schnörkel, schnoddrig und ungewaschen wie sie eben manchmal ist, wenn einen nichts mehr peinlich ist, auch wenn es einem eigentlich sein sollte.

Ein wunderbares, rockiges, schmerzhaftes und lustiges Buch, das sich gut liest und sich seinen Platz in meinem Leseherz dieses Jahr gesichert hat.