"Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy Mongomery

Sy Montgomery ist Naturwissenschafterin und Psychologin, die in ihrem Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ genau davon, nämlich mit ihrer ersten Begegnung mit einem Oktopus erzählt, und wie sich daraus die Faszination für ein ihr völlig fremdes Wesen entwickelte und daraus eine Art Freundschaft wird. Mit ihren acht Armen, unzähligen Saugnäpfen und ihrer unsagbaren Intelligenz dauert es nicht lange, bis die Oktopoden (so die korrekte Mehrzahl von Oktopus, auch das lernt man im Buch) Montgomery wortwörtlich in ihren Bann oder viel eher ihr Becken ziehen und nicht mehr loslassen.

Über mehrere Jahre besucht sie immer regelmäßiger ein Aquarium in Boston, wo sie die unterschiedlichen Lebensstadien einiger Oktopoden mitverfolgt und ausführlich beschreibt. Neben einer Vielzahl an unglaublichen Fakten über diese Tiefseewesen lässt sie auch tief in ihre eigene Seele und die einiger Bekannter blicken, schnell wird klar: Es gibt gar nicht so wenig Überschneidungen zwischen Kraken und Menschen.

Sie erzählt von Freundschaft, Liebe, ebenso wie von Abschied, Tod und Trauer. Von großen Gefühlen, aber auch eiskalten Fakten. Es ist ein Plädoyer für die Annäherung an das Unbekannte, das Fremde, auf den ersten Blick Ekelerregende. Auf einfühlsame und ebenso mitreißende Art und Weise beschreibt die Autorin eine Vielzahl an teils überraschenden biologischen Fakten und sie umrahmt diese in einer einfühlsamen Sprache mit ihrer eigenen persönlichen Geschichte, die einem das Herz aufgehen lässt und dabei immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Ein Buch für alle, die sich tiefer mit meeresbiologischen Themen auseinandersetzen möchten, genauso wie für Fans großer Gefühle abseits des klassischen Liebesromans.

Buchtipp von: Viktoria Karhan