SOMMERBUCHTIPPS: "Fang den Hasen" Lana Bastasic und "Krach" Tijan Sila

Lana Bastasic: „Fang den Hasen“ 

Fischer Verlag

Lejla und  Sara waren beste Freundinnen, obwohl sie gegensätzlicher nicht sein könnten.  Die verschlossene und vorsichtige Sarah verlässt mit ihrer Familien Bosnien, während die ungestüme Leijla in einer Heimat bleibt, die zunehmend verfällt. Nach 12 Jahren Funkstille, soll Sarah Leijla nach Wien chauffieren und der gemeinsame Roadtrip wird zu einer Reise in die Vergangenheit eines Landes, das nicht mehr existiert, und in eine verlorene Freundschaft, die viele Geheimnisse birgt.

Fesselnd, hypnotisch und mit einem guten Schuss schwarzem Humor erzählt Bosniens neue literarische Stimme Lana Bastasic in »Fang den Hasen« von einer schwierigen Freundschaft in den Wirren der jugoslawischen Geschichte – ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Europäischen Union 2020.

Tijan Sila: „Krach“

Kiepenheuer Witsch

Ende der 90er gründet der 18-jährige Gansi mit seinen Freunden in der Kleinstadt Calvusberg die Punkband Pur Jus. Seinen Eltern, die vor vielen Jahren aus Bosnien nach Deutschland gekommen sind, wäre schon lieber, dass er Chirurg wird wie sein älterer Bruder. Stattdessen veranstaltet er Radau im heimischen Club Fiasko, tourt durch das tief gespaltene Deutschland vom blitzsauberen Jugendzentrum in Freiburg zum besetzten Haus in Heidenau, lässt sich meiner der vielen Schlägereien die Lippe spalten und von der fiesen Gitarristin Ursel das Herz brechen.

In rasant und pointiert hat der Punk-Gitarrist Tijan Sila einen humorvoll wilden, zarten Roman über die identitätsstiftende Kraft von Subkulturen geschrieben, der einen mitschwingen und mitschmunzeln lässt.

Die Buchtipps wurden diesmal präsentiert von meiner lieben Nachbarin Sabrina Tanner, Inhaberin von Urban Tool und Do.Something.Beautiful Vintage Shopping Lounge, Reindorfgasse 29, 1150 Wien.